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News : Schwangere zwischen den Fronten
05.11.2013 10:49 (9292 x gelesen)

Mit freundlicher Genehmigung der Stuttgarter Zeitung
Artikel vom 24.09.2013

Schwangere zwischen Fronten
Kreis Esslingen: Ein Zwist zwischen Frauenärzten und Hebammen verunsichert werdende Mütter. Von Christina Jungkurth

Hebammen machen Schwangerschaftskurse, holen Kinder auf die Welt und kümmern sich um Probleme beim Stillen. In der Vorsorge aber haben sie nichts zu suchen – jedenfalls, wenn es nach der Meinung vieler Ärzte im Landkreis Esslingen geht. Schwangere fühlen sich von dieser Haltung verunsichert, Hebammen diskreditiert. Die Ärzte argumentieren mit der Verantwortung für die werden Mütter, die sie nur übernehmen könnten, wenn sie die Schwangeren auch regelmäßig untersuchten. Rein rechtlich hat eine Schwangere die freie Wahl, ob sie sich und ihr Kind vor der Geburt einem Frauenarzt oder einer Hebamme anvertraut. Praktisch ist das vielen Frauen im Kreis Esslingen aber nicht möglich. Ihre Ärzte raten ihnen ab, zur Vorsorge zu einer Hebamme zu gehen. Einige wollen die Frauen in einem solchen Fall nicht weiter behandeln. Es ist ein Jahre alter Konflikt, dessen Lösung nicht in Sicht ist.

Mutter berichtet von "rauem Ton"

So erzählt Fenja Lieken, mittlerweile zweifache Mutter, von ihren Erfahrungen mit einer Esslinger Ärztin, mit der sie bis dahin sehr zufrieden war: "Als ich ihr gesagt habe, dass ich zu einer Hebamme wechsele, war der Ton sehr rau", erzählt sie. "Sie hat mich eingeschüchtert." Ein Wechsel sei nicht in Ordnung, habe die Ärztin ihr gesagt, und das ginge weder bei ihr noch bei ihren Kollegen, fügte sie hinzu. Das bestätigt auch die Ärztin selbst, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen will. "Es ist bei den Esslinger Ärzten Konsens, dass wir eine Hebammenvorsorge nicht wünschen", sagt sie. Leistungen wie Schwangerenyoga oder Akupunktur seien kein Problem, aber die Kontrolle der Schwangerschaft wolle sie in ihren eigenen Händen wissen. "Wenn ich eine Frau nicht regelmäßig bei der Vorsorge sehe, kann ich sie nicht kennenlernen – und dann will ich auch keine Verantwortung übernehmen, wenn etwas schief geht." Sie argumentiert, das Verhältnis zwischen Arzt und Patient sei sonst belastet. Angelika Behrens, die zweite Vorsitzende des Hebammenverbandes im Kreis Esslingen, bestätigt das. "Es gibt ganz wenige Ärzte, mit denen die Zusammenarbeit funktioniert", sagt sie. Dabei sei eine Hebamme für Schwangere eine wichtige Ansprechpartnerin. "Die Frauenärztin hat gar nicht die Zeit, sich um Ernährungsfragen oder um das psychische Befinden zu kümmern – das ist ja auch nicht ihre Aufgabe." Dafür kann die Gynäkologin mit dem Ultraschall eine Leistung bieten, die eine Schwangere von den Hebammen nicht bekommt. Frauen könnten aber die Vorsorge unter den beiden Anbietern aufteilen und etwa zum Ultraschall und alle paar Wochen zur Ärztin, ansonsten aber zur Hebamme gehen. Doch die Gynäkologen fürchten offenbar um ihr Hoheitsgebiet. Sie wollen ihre Patientinnen regelmäßig sehen. "Wenn eine Frau nur zum Ultraschall kommt, sehe ich die Qualität der Vorsorge nicht gesichert", sagt ein Arzt aus dem Kreis. Diese zu sichern, sei eine Frage der Qualifikation und der Ausbildung. "Eine Hebamme hätte ja studieren können, dann wäre sie auch Ärztin geworden", sagt auch seine Esslinger Kollegin. Die Hebammen sehen durch solche Äußerungen ihren Berufsstand in Misskredit gebracht. Um Geld geht es ihnen nach eigenen Bekunden bei dem Streit nicht – sie hätten auch mit der Nachsorge und den Vorbereitungskursen ausreichend zu tun. Doch es ärgert sie, dass viele Ärzte die schwangeren Frauen nicht über die Wahlfreiheit aufklären.

Ärztevertreter kennt Problem nicht

"Wir würden sehr gerne mit den Ärzten zusammenarbeiten", sagt Angelika Behrens. Wenn etwas nicht in Ordnung sei, überweise sie Schwangere ohnehin sofort zu ihren Ärzten. Die wiederum befürchten, dass es dann vielleicht schon zu spät ist und ein Problem sich verschlimmert hat. "Es ist auch ein Konflikt der Methoden", sagt Angelika Behrens. "Die Hebamme arbeitet mit Maßband und ihren Händen, der Arzt mit Ultraschall und Zahlen und Fakten." Auch der Vorsitzenden des Hebammenverbandes Baden-Württemberg ist der Konflikt zwischen Ärzten und Hebammen bekannt. Jutta Eichenauer berichtet von einem generellen Problem. Die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg gibt sich zurückhaltend. Das Probleme sei ihm nicht bekannt, sagt der Sprecher Kai Sonntag. Zum Verhalten der Ärzte sagt er: "Aus formeller Sicht ist es nicht zu beanstanden, dass die Ärzte empfehlen, nicht zur Hebamme zu gehen." Die Behandlung zu verweigern, sei allerdings nicht zulässig. Es sei denn, das Arzt- Patienten-Verhältnis sei gestört, meint Sonntag. "Wenn eine Frau die Vorsorge bei einer Hebamme und den Ultraschall beim Arzt machen lassen will, dürfte so eine Störung nicht gegeben sein."

 


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